Neue Deutsche Presse

Hauptbahnhof in Berlin – die vierte ägyptische Pyramide

Derägyptische  Bauingenieur Azar mit dem Berliner Bürgermeister Wowereit bei der Verleihung der Ehrenmedaille

Der ägyptische Bauingenieur Azer mit dem Berliner Bürgermeister Wowereit bei der Verleihung der Ehrenmedaille (c) Elbakry

von Eman Elbakry

Mit viel Selbstvertrauen betritt Hany Azer den Raum. Der 63-jährige äygptischstämmige Ingenieur hat eine schlaue Ausstrahlung in seinen Augen. Diese Ausstrahlung macht ihn besonders.
Seine braune Haut und sein attraktives Lächeln zeigen, dieser Mann kommt aus einem pharaonischen Land. „Ich arbeite für Menschen, ich möchte sie glücklich machen“, sagt Hany Azer. „Meine glücklichste Zeit war als Frau Merkel mich bei der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs begrüßte“, sagt Azer und fügt stolz hinzu „für den Bau des Hauptbahnhofs habe ich eine Medaille vom regierenden Bürgermeister Wowereit bekommen. Das war 2006“. Er erzählt weiter, dass er jedes Mal Stolz und glücklich sei, wenn er am Hauptbahnhof vorbei gehe. Dann berichtet er über schlechte Erfahrungen, die er während seiner Zeit in Stuttgart als Leiter des Projekts Stuttgart 21 gemacht hat. „Eine meiner schlechten Zeiten war, als ich den neuen Hauptbahnhof in Stuttgart errichten wollte und die Leute dagegen demonstriert haben und mich sogar gehasst haben“, sagt Azer bitter. Dann erzählt er, dass er sich von Demonstrierenden, die gegen Stuttgart 21 protestiert haben, unter Druck gesetzt gefühlt hat. Mehrere Tage hat er auf Anraten der Polizei in einem Hotel gelebt und geschlafen, obwohl er eigentlich zurück nach Hannover, seinem Wohnsitz, fahren wollte. Azer erzählt weiter, dass er das Hotelzimmer nur in Begleitung von Polizisten verlassen konnte, um vor Anfeindungen von Stuttgart 21 Gegnern geschützt zu sein.

Bauingenieur Azar mit der deutschen Kanzlerin Merkel bei der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs

Bauingenieur Azer mit der deutschen Kanzlerin Merkel bei der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs im Jahr 2006 (c) Elbakry

Dann sagt er wehmütig, dass er die Menschen in Stuttgart mit dem Bau des Bahnhofs nur glücklich machen wollte. Aber da sie nicht glücklich waren über den Bau, sondern vielmehr wütend, hat er das Projekt in Stuttgart aufgegeben. Nach einer Weile erhellt sich sein Gesicht wieder, denn er erzählt von seinem Traum. Er möchte in Kairo ebenfalls einen Hauptbahnhof errichten, um den Menschen aus seiner ägyptischen Heimatstadt dabei zu helfen, das große Verkehrsproblem der Stadt zu lösen. „Ich liebe meine Arbeit“, sagt Azer und wiederholt nachdrücklich, dass er Menschen mit seinen Bauprojekten vor allem glücklich machen möchte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 24, 2014 von in In Berlin und getaggt mit , , , .
%d Bloggern gefällt das: