Neue Deutsche Presse

Take it easy

von Sonia Dimitrow

Ein Name – ein Lebensgefühl. Eine Band – ein Programm. Adovabadán: „Take it easy“. Eine Lebensphilosphie verpackt in Musik. Musik im Mosaik. Experimenteller Jazz auf Weltreise.

Adovabadán – Dahinter verbirgt sich lebendig interpretierter Jazz made in Veneto, gepaart mit süditalienischer Lebensphilosophie. Einem apulischen Dialekt entliehen, meint Adovabadán so viel wie Take it easy – ein Gefühl, welches die fünf Bandmitglieder mit und durch ihre Musik transportieren.

Ideengeber Franz Falanga, Pianist und Gründer der ersten Jazz Band aus Bari „Southern Jazz Band“, und Gitarrist Isaac de Martin brachten 2005 junge Musiker aus Venetien zusammen, um den Jazz gemeinsam neu zu interpretieren. Im kreativen Umgang mit Improvisation verschmelzen vorausgegangene Stilrichtungen, beeinflusst von Musikern wie Nick La Rocca und Antonio Sparbaro, mit mediterranen Sounds, mit Klassik und Klezmer, Manouche und Swing. Das Crossover unterschiedlicher Musiktraditionen und Genres lädt auf eine Klangreise quer durch Raum und Zeit ein – ein Ohrerlebnis durch Nord und Süd, Ost und West.

Im unvorhersehbaren Zusammenspiel von Klarinette, Gitarre, Banjo, Kontrabass und Schlagzeug stellen sich die Musiker der Herausforderung des Unbekannten. Sie nähern die Instrumente aneinander an, schaffen Raum für Begegnungen, holen einander ab und ziehen gemeinsam weiter – sie kommunizieren. Eine Kommunikation mit dem Chaos, ein Spiel mit der Harmonie. Ländliche Gemütlichkeit trifft auf urbane Hektik, heiterer Swing auf bluesige Melancholie.

Überwiegend spielt die Band instrumental, geht aber auch Vokalfusionen ein. Momentan wird gemeinsam mit Piero Gesue musiziert, der mit seinem Gesang eine Note salentinisch gewürzten Blues in Adovabadáns Musik haucht. Salentinische und apulische Dialekte sind im süditalienischen Apulien beheimatet, beeinflusst vom Arabischen, Spanischen und Französischem, wie auch Piero Gesues Sound.

So wie sich der Jazz jeder genaueren Definition entzieht, entzieht sich Adovabadáns Musik der Klassifikation. Im Wesen experimentell und freiheitsliebend, im Moment des Greifen Wollens flüchtig und originell – ein Kaleidoskop. Ein Klangteppich aus kratziger Klarinette, melodischer Akksutikgitarre, vibrierendem Banjo geknüpft mit rhythmischem Kontrabass und Schlagzeug. Gesellschaftliche Vielfalt musikalisch gedacht. Musik, die den Blick weitet, auf die Musik, auf die Welt, mit einer Prise Gelassenheit. Adovabadán – Take it easy, eben!

Die erste LP

Im Jahr 2009 veröffentlichte die Band ihre erste LP „Adovabadán Jazz Band“ . Eine Hommage an das Stride-Piano, einem in den zwanziger Jahren in New Orleans hervorgegangenen Klavierstil aus Ragtime und Blues. (Besetzung: Isaac de Martin, Gitarre; Franz Falanga, Klavier; Mauro Brunato, Banjo; Fabio Sparano, Kontrabass; Enrico Scriminich, Schlagzeug)

Die erste Vinyl

In neuer Besetzung folgte 2012 eine Vinylveröffentlichung „Dietro Ai Separe´“ – ein Tribut an den Jazz der zwanziger Jahr. Django-Reinhardt-Klänge gepaart mit amerikanischem Blues.(Besetzung: Michele Uliana, Klarinette; Isaac de Martin, Gitarre; Mauro Brunato, Banjo; Nicola Barbon, Kontrabass; Remo Straforini, Schlagzeug)

Adovabadán blickt auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit bedeutenden italienischen Musikern, wie Carla Marcotulli (Gesang), Gianluca Carollo (Trompete), Beppe Calamosca (Posaune), oder Franz Falanga (Klavier). Gemeinsam swingen sie auf Jazzfestivals in Italien und Europa und bespielen Clubs mit ihren energiegeladenen Liveauftritten.

Klang aufs Ohr

 

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