Neue Deutsche Presse

Der Drogenkrieg, ein sehr rentables Geschäft

(c) Sonia Dimitrow

(c) Sonia Dimitrow

von Helena Uran Bidegain

Der Drogenkrieg versenkt Mexiko in Terror, Gewalt und Panik. Die Anti-Drogenstrategien scheitern und die Gewinner werden mit keinerlei strafrechtlichen Sanktionen bestraft.

 In den 80er und 90er Jahren waren das Kartell von Medellin und das Kartell von Cali diejenigen, die den größten Teil der Drogengeschäfte weltweit kontrollierten. Mexiko spielte darin eine wichtige strategische Rolle, denn über dieses Land gelangten die Drogen in die USA.

Die kolumbianischen Drogenkartelle haben dazu geführt, dass der bewaffnete Konflikt im Land extrem zugenommen hat und sich eine Narco-Kultur etablierte, was zu einer beispiellosen sozialen Zersetzung im Land geführt hat. Diese tragische Geschichte wiederholt sich jetzt in Mexiko.

Von Kolumbien nach Mexiko: ein transnationaler Delikt.

Als kolumbianische Drogenhändler Hochkonjunktur hatten, war Mexiko wegen seiner geographischen Lage der beste Weg, um Drogen in die USA zu schmuggeln. Dies wiederum führte zur Entstehung und Verstärkung vieler krimineller Organisationen in Mexiko.

Der Niedergang der kolumbianischen Drogenkartelle begann mit der Festnahme und Ermordung des Capos Pablo Escobar. Die mexikanischen Drogenbosse nutzten die Gelegenheit, um an die Spitze des Geschäfts zu rücken.

Heutzutage gibt es in Mexiko mehrere Kartelle wie z.B. Sinaloa, Golfo, Tijuana, Juárez, Beltrán Leyva, Familia Michoacana oder das besonders gewalttätige Kartell Los Zetas, die von einer Gruppe ehemaliger Elitesoldaten gegründet wurde.

Es gibt viele Akteure in diesem Drogenkrieg:

  1. Die Drogenorganisationen, die miteinander um die Macht kämpfen, um das Land für sich zu gewinnen.

  2. Die mexikanischen Streitkräfte gegen die Drogenverbrecher.

  3. Die mexikanischen Bürgermilizen, auch Paramilitärs genannt, gegen die Drogenhändler.

Der Drogenkrieg hat das Land in Terror, Gewalt und Panik versinken lassen und Mexiko zu einem der gewalttätigsten Länder der Welt gemacht.

Allein in 2010 gab es laut CNN 15.273 grausame Todesfälle im Kampf gegen die Drogen (verstümmelte Leichen, demonstrativ an Brücken erhängte Körper, etc). In der Mexikanischen Zeitung La Guardia sprach der ehemalige US Verteidigungsminister Panneta von 150.000 Menschen, die zwischen 2006 und 2012 durch die Narco-Gewalt in Mexiko ums Leben gekommen sind. Und zwischen 2012 und 2013 geschahen in nur 8 Monaten mindestens 13.775 Morde im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität in Mexiko.

Diese Situation schreckt viele ausländische Investoren ab, wodurch die legale Wirtschaft in diesen beiden Ländern sehr leidet.

Außerdem sind die Anti-Drogenstrategien oder internationalen Sicherheitsverträge wie der „Plan Colombia“ oder „Plan Merida“ in gescheitert und haben nur zu einer Eskalation der Gewalt in Mexiko und Kolumbien geführt.

Die wahren Gewinner

Der Drogenkrieg hat ein jährliches Geschäftsvolumen von 400 Milliarden US Dollar, dies sind 8% des internationalen Handels.

Bis jetzt wurde aber wenig von der Rolle der Banken, Chemieindustrie oder Waffenindustrie in diesem Zusammenhang gesagt.

Für die Drogenkartelle wäre es viel schwieriger ihre Killertätigkeit zu praktizieren, wenn es keine Banken gäbe, die bereit wären, ihre Unsummen an Drogengeldern zu waschen.

Laut Bill Conroy, einem Journalisten mit Schwerpunkt Drogenhandel, landen diese Gelder zum großem Teil bei Banken, wie beispielsweise Citigroup, HSBC, Bank of America, Western Union, die US-Gesetze gegen Geldwäsche, die sogenannten Anti-Money Laundering (AML), verletzen.

Die Banken, als größte Verdiener dieses Krieges, werden mit keinerlei strafrechtlichen Sanktionen bestraft.

Die Waffenindustrie profitiert auch enorm vom Narko-Krieg. Nicht nur durch den Schwarzmarkt, sondern auch durch einen völlig legalen privaten Sektor, der die Ausfuhr von Waffen im Rahmen des Freihandelsabkommen (NAFTA) regelt, bei denen es um Geschäfte im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar geht.

Und schließlich die fragwürdigen Geschäfte mit „Presucsor-Chemicals“, die in großen Mengen für die Kokainproduktion verkauft werden.

Ohne die Banken, die das gewaschene Geld akzeptieren, die Waffenindustrie, die die Narcos ausrüsten und vom Krieg leben und schließlich die Chemieindustrie, die die Rohstoffe liefert, um Kokain zu produzieren, wären die Drogengeschäfte unmöglich und der Krieg folglich nicht vorhanden.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 31, 2014 von in Kapital, Politik & Gesellschaft und getaggt mit , , , , , , .
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