Neue Deutsche Presse

1 Euro gegen den Schmerz

© Danica Bensmail

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von Danica Bensmail

Ein französisches Gericht bewilligte fünf Michael Jackson Fans Schadenersatz in Höhe von je einem Euro. Der Tod ihres Stars hätte den Klägern „emotionales Leid“ zugefügt. Die Rechnung zahlt der Leibarzt des King of Pop. Ein Präzedenzfall.

Am Ende waren Emmanuel Ludots Klienten zufrieden. 34 Fans des verstorbenen King of Pop klagten gegen Michael Jacksons ehemaligen Leibarzt Dr. Conrad Murray. Immerhin fünf von ihnen bekamen Recht. Sie konnten nachweisen, durch den Tod ihres Idols „emotionales Leid“ erlitten zu haben.

Jedem der fünf wurde genau ein Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Anwalt Ludot sagte, der Betrag sei rein symbolischer Natur. Seine Mandanten würden keinen tatsächlichen Anspruch auf die Zahlung erheben.

Die fünf hegen eine ganz andere Hoffnung. Sie wollen Michael Jacksons Mutter kontaktieren. Sie soll den Fans den Zugang zum Grab des Popstars ermöglichen, denn der ist für die Öffentlichkeit gesperrt.

Mit freundlicher Unterstützung des Internets legten die Kläger dem Gericht sogar medizinische Dokumente über ihr Idol vor. Bereits kurz nach dem Tod des Sängers tauchte dessen vollständiger Autopsiebericht samt Echtheitszertifikat des Department of Health Services im Netz auf.

Michael Jackson ist mal wieder der Erste. Die Klage stellt einen Präzedenzfall dar. Der Anwalt der fünf Kläger sagte gegenüber AFP:“Soweit ich weiß, ist es weltweit das erste Mal, dass das Konzept des emotionalen Schadens in Verbindung mit einem Popstar anerkannt wurde.“

Phillippe Brun ist Jura Professor an der Savoy Universität. Er glaubt nicht, dass die Entscheidung eine Revision überstehen könnte. Zu groß sei der Widerspruch zwischen dem Erdulden emotionaler Schäden und der symbolischen Summe von einem Euro.

Der Angeklagte, Dr. Conrad Murray wurde 2011 wegen fahrlässiger Tötung des King of Pop zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte Michael Jackson zwei Jahre zuvor eine Überdosis des Anästhetikums Propofol verabreicht.

Nach zwei verbüßten Jahren ist Murray wieder auf freiem Fuß. Das Urteil will er nicht auf sich sitzen lassen. Aktuell bereitet er mit seiner Anwältin eine Berufung vor.

Währenddessen hoffen die „Jackson 5“-Kläger auf einen Besuch im Forest Lawn Friedhof in Los Angeles. Ob und wie Anwalt Ludot bezahlt wurde, bleibt unklar. Die Rechnung dürfte  in jedem Fall höher ausfallen als ein Euro.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 13, 2014 von in Politik & Gesellschaft und getaggt mit , , , , , , .
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